Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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Und es ward Licht.

Und welches Licht! daß Gott erbarm! der La⸗ ternenſtrahl fiel auf das zornbleiche Antlitz des alten Primators und wohlbeſtallten Bürgermeiſters, Herrn Hanns Prunner, deſſen nächtlichen Veſpermantel je⸗ der der acht Knechte bei einem Zipfel hielt, während Coloman, der Großknecht, eine ſchartige Haulanze über ſeinem Haupte vibriren ließ. Es war ein Ge⸗ mälde, wie es nur ein Höllenbreugel zu malen ver⸗ ſtanden hätte— ſchier wie der Hexenſabbath auf dem Brocken am Philippstage.

„Ah! ahl ah!“ das waren die Laute der Ver⸗ blüfften, die mit Bolzen und Stangen den Paſſauer Fidel zu fangen ausgegangen, und nun den Haus⸗ gebieter in höchſt eigener Perſon zerkniffen hatten.

„Burſche! Burſche! ich ſollte Euch Alle in den Gewahrſam bringen laſſen,“ belferte der Bürgermei⸗ ſter, während die übrigen Hausgenoſſen, Sohn, Nichte, Baſe, Knecht und Kind, den Lärm im Hofe mit ihrer Anweſenheit vergrößerten.

Von Außen her aber ertönte jetzt ein ſchallen⸗ des Gelächter— und wie der Blitz ſtürzten die Knechte wieder zum Thore; der Riegel klirrte wieder zurück, die neu angezündeten Windlichter flackerten auf— Todtenſtille! keine Spur von dem Paſſauer!