Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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meiſter bereits zu zwei Malen den trockenen Be⸗ ſcheid erhalten, daß er bei Strafe des Ausſtäupens die ehrſame Jungfrau Sabine mit ſeinen hinfüri⸗ gen Zudringlichkeiten ſammt und ſonders zu ver⸗ ſchonen habe.

Aber den jugendmuthigen Sänger kümmerte das Interdiet des Linzer Stadtprimators gar wenig. Er wußte, daß der Bürgermeiſter, ein Mann des Ge⸗ ſetzes, wohl drohen, aber nicht ſo ſtrenge ausführen könne, was er gedroht habe, um nicht ſein eigenes Nichtchen zur Stadt⸗Parole der auch damals bereits ſehr zungenthätigen Baſen und Gevatterſchaften im Weichbilde von Linz zu machen. Er lachte daher auch an jenem ſchönen Maitage gar unbeſorgt und freundlich zu Jungfrau Sabine hinauf und deutete ihr eben durch einen bezeichnenden Blick an, daß es ihm gelungen ſei, abermals ein Briefchen hinter die Marienſtatue unter dem Fenſtergeſimſe des Prunner⸗ ſchen Hauſes zu practiciren— als er eine gewich⸗ tige Fauſt auf ſeiner Schulter fühlte und der rauhe Baß des Stadttrabanten Anſelmus in ſein Ohr ſchallte.

„Der Herr Bürgerprimator,“ lautete die Anſprache

„des wehrbehängten Baſſiſten,„der Herr Bürgerpri⸗ mator läßt den Muſieus Fidelis auf das Stadthaus entbieten, um eine Zwieſprache zu halten über 3.

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