Teil eines Werkes 
1. Band (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

260

Er, der mit ſeinen Dragonern eine kaiſerliche Batterie genommen hatte, und aus einer tiefen Stirn⸗ wunde blutete, ſuchte mit glühendem Auge den wei⸗ ßen Helmbuſch des Königs, er wollte ihm die raſche Wegnahme der kaiſerlichen Geſchütze melden. Er hielt einen Augenblick ſich im Sattel aufrichtend an, und ließ ſein Auge über die Schlachtlinie ſtreifen aber der weiße Helmbuſch und des Königs Zelter, kennt⸗ lich vor Allen, waren nicht zu erſpähen.

Jetzt ſprengte ein ſchwediſcher Obriſtlieutenant heran, welcher den Zügel eines Roſſes hielt, auf dem ein junger Cornet mit todbleichem Antlitze und unſicherer Haltung ſaß; man konnte es dem jungen Streiter anſehen, daß er eben zum erſtenmale über ein Schlachtfeld jagte.

Unſer Herr und König ſcheint in Gefahr zu ſein! rief Derfflinger dem Staabsofficier entgegen. So ſcheint es mir auch, entgegnete dieſer,ich ſuche ihn ſchon lange vergebens im Gedränge, das der Teufel zuſammengewürfelt hat, denn wo das Auge hinſtarrt, gähnen Feuerſchlünde entgegen.

Jetzt raſſelte der Herzog von Lauenburg bleich wie der Tod heran, hinter ihm jagte Graf Monal⸗ deschi auf ſchweißbedecktem Roſſe.

Haltet an, Herr Oberſt, donnerte Derfflinger