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Stolz und ruhig wie eine kühne Weltſeglerin ſtand die nordiſche Semiramis auf dem Marmor ihres Palaſtes, und reichte dem Feldmarſchall Münnich, welcher ihr nach erlangter ſicherer Nachricht über den Tod des Kaiſers den Eid der Treue geleiſtethatte, die Hand zum Kuße— die Hand, mit welcher ſie die des am reichlichſten unter Allen belohnten Grafen Orloff drückte, den ſie ſpäter durch den deutſchen Kaiſer Franz I. ſogar zum deutſchen Reichsfürſten ernennen, und dem ſie in St. Petersburg einen prachtvollen Marmorpalaſt errich⸗ ten ließ, welcher die Inſchrift trug: A la réconnais- sance*).
²)„Wunderbar,“ ſagt ein ruſſiſcher Geſchichtsſchreiber,„er⸗ ſcheint hier die Verkettung der Vorzeit mit den Ereigniſſen der Gegenwart. Als Peter der Große die Strelitzen aufhob und den ſchauerlichen Hinrichtungen derſelben in Perſon beiwohnte, ja ſo⸗ gar ſelbſt mit Hand anlegte, war der Henkerpflock ſo mit Köpfen bedeckt, daß für Andere kein Platz mehr blieb. Einer der Ver⸗ urtheilten räumte dieſelben mit der größten Kaltblütigkeit hinweg, und als ihn der Czar fragte, aus welchem Grunde er dies thue, antwortete er:„Um Platz für meinen Kopf zu haben.“ Dieſer herviſche Muth gefiel dem Kaiſer ſo wohl, daß er dieſem Stre⸗ litzen Leben und Freiheit ſchenkte. Er hieß Orloff, und ſoll der Großvater des Orloff geweſen ſein, welcher Peter HI. Thron und Leben raubte.“


