Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

261

Peter, der ungläubige Peter dachte aber in ſeiner Haft, mit deren baldigen Beendigung er ſich ſchmeichelte, vorläufig auf nichts Anderes, als auf ſeine Zerſtreuung.

Nur ſeine Neger, ſeine Lieblingshunde, ſeine Violi⸗ ne, die Bibel und einige Romane verlangte er von Ka⸗ tharina.

Aber die neue Kaiſerin ſandte ihm lieber einen ihrer Getreuen.

Am 14. Juli, oder 2. Juli nach griechiſch⸗ruſſi⸗ ſchem Ritus, trat Alexin Orloff mit dem Offizier Tepeloff zu dem Kaiſer in's Gemach. Peter empfing ihn frendig; denn der Graf kündigte ihm ſeine Befreiung an. Sie mußte nach ruſſiſcher Weiſe ſogleich durch einen Trunk guten Branntweins gefeiert werden.

Man ſetzte ſich daher ſogleich zu Tiſche. Branntwein⸗ flaſchen und Gläſer machten die Runde. Tepeloff begann nun mit dem Kaiſer ein Geſpräch, indeß ſchenkte dieſem Orloff ſein Glas mit Branntwein voll; der Kaiſer leerte es auf einen Zug. Zetzt bot ihm Orloff ein zweites; da ſprang der Kaiſer, plötzlich Verrath merkend, wie ein Raſender empor.Gift! Gift! rief er mit fürchter⸗ licher Stimme.Milch! um aller Heiligen willen, bringt Milch!

Aber die beiden Mörder erfaßten ihn jetzt, und nun begann ein Ringen zwiſchen dieſen Männern, grauenhaft