entgegnete wieder ruhig der Oberſt.„Die Tage ſind hei⸗ ter und Eure Fahrt wird angenehm ſein.“
Der Oberſt wandte ſich jetzt nach der Thür, aber Frau Eudoxia trat noch einmal auf ihn zu.„Noch eine Bitte, Herr Gemahl,“ ſagte ſie;„ehe wir von Kaſan abreiſen, wünſchte ich eine kleine Schuld der Dankbarkeit abzutragen, welche mir gegen jenen Gefangenen obliegt, der mir kürzlich während des Sandburans, als unſere Pferde ſcheu wurden, ſo entſchloſſene und thätige Hilfe leiſtete.“
„Du meinſt den verwegenen Jemelian? den Puga⸗ kew?“ fragte der Gemahl.
„Allerdings,“ entgegnete die Oberſtin;„was iſt ſeither geſchehen, um dem Manne, ohne deſſen raſche Hilfe ich vielleicht von unſern wilden Roſſen in die Wolga geriſſen worden wäre, eine Erkenntlichkeit zu verſchaffen?“
„Ich geſtehe,“ entgegnete der Oberſt,„daß ich daran bisher nicht gedacht habe; aber ſo ſehr wir dem Manne für ſeine erwähnte Hilfeleiſtung verpflichtet ſein mögen, ſo wenig vermag ich für ihn vor der Hand zu thun. Er iſt mir als der verwegenſte unter den Ne⸗ staſtni ludi bezeichnet, ich bin zur größten Wachſamkeit über ihn aufgefordert; denn der Mann beſchäftigte ſich ſchon in ſeiner Jugend nicht bloß mit dem Handwerke des Krieges, ſondern auch mit dem des Raubes, nahm im


