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Kato an Sitte und Entſchloſſenheit, und dabei anſpruch⸗ los, wie Keiner.“
„Endigen, endigen Sie die herrliche Standrede, mein Herr Gemahl,“ fiel die Oberſtin mit ſichtlicher Aufregung dazwiſchen;„Sie wiſſen, daß ich trockene, kalte, mit den Forderungen des feinen Anſtandes durchaus unvertraute Soldaten nicht vertragen kann.“
„Weil Sie das Gold vom Kieſel nicht zu unter⸗ ſcheiden wiſſen, Madame,“ entgegnete der Oberſt gleich⸗ falls ſchon gereizt;„Sie wollen ewig in einem Luſtgarten wandeln, wo loſe Schmetterlinge und ſchmeichelnde Weſt⸗ winde ihre Schläfe umſäuſeln; das ehrliche, männliche Auftreten eines braven Mannes und Soldaten, wie Mi⸗ chelſon iſt, paßt nicht in Ihre Appartements.“
„Ich dächte, Herr Gemahl,“ lispelte die Oberſtin jetzt durch ihre fieberhaft zitternden Lippen,„ich dächte, Sie ſchlügen der Czarin in Petersburg einen Wechſel des Gouvernements⸗Stuhles vor, und räumten„dem edlen Kato“ ihren eigenen Poſten als Gouverneur Kaſans.“
„Allerdings,“ entgegnete der Oberſt, immer mehr auflodernd,„allerdings, Frau Gemahlin; käme es auf mich an, ſo würde ich einem Offizier, wie Major Michel⸗ ſon mir geſchildert wird, ohne Bedenken den Befehl in der Feſtung Kaſans während meiner Abweſenheit übertragen. Indeß können Sie ſich beruhigen, vor der Hand wird


