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Der Einfluß der Unterdrückung hebt und fördert die Gefühle immer. Mit fliegenden Schritten erreichte Briſek die Wohnung des Majors. Am Fenſter ſtand Fanny und ſah ihm entgegen.
Ja, wenn es uns möglich wäre, nun den Verlauf der folgenden Scenen recht anſchaulich zu malen! Aber wir geben es von vorn herein auf, weil es ganz gewiß von unſern Leſern als eine„Ueberſtürzung“ betrachtet werden würde, die ſich kaum vor den Geſetzen der Schick⸗ lichkeit verantworten ließe und die noch dazu an die Grenzen der Unwahrſcheinlichkeit ſtreifte.
Genug, es währte keine zwei Minuten, ſo hielt der freudenberauſchte Richard Briſek eine fröhliche Braut in ſeinen Armen, und küßte mit Entzücken die rothen Lippen Fanny's, die ſie ihm willig und gerne darreichte. Wie das gekommen war? Sie wußten es alle Beide nicht und wir wollen es auch nicht weiter erörtern.
Ihre gegenſeitigen Erklärungen reducirten ſich darauf, daß ſie Beide ſeit beinahe achtundvierzig Stun⸗ den an nichts Anderes gedacht hätten, als daß es das höchſte Glück ſein würde, einander angehören zu können. Nun, dazu war wohl die beſte Ausſicht und daran be⸗ ruhigten ſich endlich ihre Gemüther.
Nachdem ſie in glückſeligem Leichtſinne einige Du⸗ zend Küſſe ausgetauſcht und ſich von ihrer gegenſeitigen


