Teil eines Werkes 
3. Theil (1863)
Entstehung
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Manna regnen läßt. Iſt die Grabſchaufel Dein einziger Erwerb?

Nur während des Winters und der ſchlechten Jah⸗ reszeitüberhaupt, entgegnete der Todtengräber.Kömmt der Lenz, ſo geleite ich Reiſende auf die Geiſterburg, de⸗ ren Beſchließer ich bin; dann ſetzt es wohl während die⸗ ſer beſſeren Jahreszeit ſo viel an Nebenerwerb, daß ich meinem Weibe und meinen Kindern davon ſpäter warme Winterkleider und einen geheizten Ofen beiſtellen kann.

In die Geiſterburg? fragte der Bleiche, wo iſt dieſe?

Schaut nur vor Euch, antwortete der Todten⸗ gräber,da ſteht ſie ja die alte Veſte Volkensdorf, die manches Jahrhundert mit angeſehen hat; wir nennen ſie halt die Geiſterburg, weil es darin umgeht.

Umgeht?

Oder ſpuckt, fuhr der Todtengräber fort, das heißt nämlich, der abgeſchiedene Geiſt des alten Ortolph von Volkensdorf, welcher vor mehr als zwei⸗ hundert Jahren im Kloſter St. Florian einen Sekretär des Herzogs Friedrich von Oeſterreich erſtach, ſoll dort nächtlicher Weile, und zwar gewöhnlich gegen eilf Uhr, in der Burg ſein Unweſen treiben.

Die beiden Fremden lächelten.