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„Ah,“ fiel Buonaparte ein,„alſo ein Massacre en masse, eine großartige Füſilade!“
„Aber hatten Sie auch Arme genug, um dieſen Coup auszuführen?“ fragte der Kaiſer.
„Zweimalhunderttauſend Mann und große Geld⸗ ſummen,“ berichtetete der Ungar,„ſagt man, ſtanden ih⸗ nen zu Gebote.“
„Und wie entwickelte ſich die Sache weiter?“fragte der Kaiſer.„Ohne Zweifel gab es einen Verräther un⸗ ter den Verſchworenen? nicht ſo?“
„Die Art der Entdeckung des Projektes war ſelt⸗ ſam,“ erzählte der Ungar weiter:„Biſchof Martino⸗ vicz hatte eines Tages kurz vor dem beabſichtigten Aus⸗ bruche der Verſchwörung ſein Haus verlaſſen. Sein Diener gerieth auf den Einfall das prächtige Ornat ſeines Herrn, das man für eine kirchliche Feier am näch⸗ ſten Tage bereit gelegt hatte, an ſeinem Leibe zu pro⸗ biren. Wohlgefällig beſchaute er ſich in dem Spiegel, da kehrt der Biſchof plötzlich zurück und mit ihm ein Ande⸗ rer der Verſchworenen; der Diener findet eben noch Zeit unter das Sofa zu kriechen und ſich den Blicken der Eintretenden zu entziehen. Der Biſchof und ſein Be⸗ gleiter, ſich unbelauſcht glaubend, beſprachen aber den nahen Ausbruch der Verſchwörung und ſo gelangte der


