Teil eines Werkes 
2. Theil (1863)
Entstehung
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genannt Graf Lenoir aus dem Rheinlande, den der Sturm am Hanſag plötzlich in's Haus geweht hatte, ſchon ſeit zwei Monden daſelbſt weilte und von der Gaſtfreund⸗ ſchaft des Grafen einen Gebrauch machte, als ob er ein Sohn des Hauſes wäre, und ſeit Jahren ein Recht hätte vom Tiſche des Grafen zu eſſen und deſſen Jagdſchloß zu bewohnen.

Nur der alte Zoltan, der als Vollblut⸗Magyar von uralter Färbung alles Fremdländiſche in der Seele haßte, hatte den Rheinländer mit ſcharfen Augen betrachtet und konnte nicht begreifen, wie der alte Graf gar nicht ſehen wollte, daß der Mann vom Rhein der ſchönen Tochter des Hauſes gar nicht mehr von der Seite kam.

Seit der Ankunft des jungen Grafen Hermann hatte Zoltan einen Bundesgenoſſen in ſeinem Beobachtungs⸗ geſchäfte gefunden. Graf Hermann von Pazman der echtedeutſche Magyar, wie ihn die Leute des Grafen nannten, hatte die erſte Jugendliebe zu Helena als eine junge Knospe auf ſeine Reiſen mitgenommen und als eine aufgeblühte Roſe nach Hauſe gebracht; jetzt fand er aber einen Falter bei ſeiner Blume, und der erſte Blick, den er auf die Geſtalt des Rheinländers that, war der Blick der bitterſten Eiferſucht. Aber der junge Graf, eben ſo edel als ſtolz, bekämpfte ſein Gefühl, wenn er He⸗ lenen nahte, aber offen wollte er dem Manne entgegen⸗