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neben ihr auf den Knieen lag— Joſſu und bot in ſe⸗ liger Freude weinend, der einzig Geliebten auf einem Blatte die im Frühlingstaue funkelnden Früchte des Waldes dar...
„So mag dem Erdenpilger der Ausgang aus dem Leben erſcheinen; hier die elende Strohmatte in dunkler Kammer, auf welcher der Sterbende die letzten Schmer⸗ zenstöne weint, dann ein ſanftes Hinüberſchlummern— ein kurzer Todesſchlaf— und ein freundlicher Gruß in den ſonnenhellen Räumen des Zenſeits!— Nur der Gedanke des Todes iſt ſchrecklich— lieblich iſt das „Geſtorbenſein!“
„Helena hing noch immer am Halſe des Geliebten, ehe ſie ſich des Vergangenen bewußt ward; endlich, endlich tauchte das Bild der verſtrichenen grauenvollen Stunde in ihrer Erinnerung wieder auf.— Sie ſchrack zuſammen, und blickte furchtſam in ihrer Nähe herum, ob denn auch wirklich jene grauenhaften Schreckbilder alle verſchwunden ſeien, und nur der Arm der Liebe ſie umfaßt halte.
„Joſſu verſtand ſie.
„Helene!“ rief er,„Aeonen ſind zu kurz und der Zeitraum hat keinen Namen, der im Stande iſt, die Liebe zu lohnen, die Du mir weihteſt.“
„Ich wollte Dich retten,“ ſtammelte Helene am
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