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„Ihr ſeid überdies ein Liebling des Himmels,“ entgegnete der Zigeuner,„und es kann euch nicht fehlen, daß Ihr in weniger denn einer Woche, Meiſter von Debrezin und der Haide ſein müßt.“
„Der Himmel ſchützt ſeine Freunde,“ meinte Ka⸗ ratſon,„und die Stille und Ordnung in meinem Lager, während der Stunde des Gebetes, wie jene in der heili⸗ gen Stadt Gottes, bezeigt ſchon dem Wanderer, daß keines der Gebote des Himmels jemals hier übertre⸗ ten werden. Raub, Diebſtahl und Betrug,“ ſetzte er hier ſalbungsreich hinzu,„ſind meinen Soldaten eben ſo fremd, als—“
„Da erſcholl plötzlich ein unbändiger Lärm vor dem Zelte. Es ſchien, als ob das Lager in Aufruhr gerathen wäre, der ſchwarze Mann trat aus ſeinem Zelte. Ei⸗ nige Rottenführer der heiligen Schaar hatten aus dem benachbarten Meierhofe eine Heerde Schafe und einiges Hornvieh in's Lager getrieben und der Meierhofsbeſitzer, von ſeinen Knechten begleitet, hatte, ſo lange er es ver⸗ mochte, dem Raube zu wehren geſucht. Jetzt warf er ſich vor dem ſchwarzen Mann zu Boden, und flehte, ihn ſeines Eigenthums nicht zu berauben.
„Dein Lager,“ ſagte er,„iſt wie Du angibſt, auf der Haide aufgeſtellt, uns von der Türkenherrſchaft zu befreien, Du kannſt daher nicht zugeben, daß uns Deine


