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„Wie die alten Chroniſten Bohemien's jene dunklen Luftzelte ſchildern, welche das ofterwähnte Rachtlager der Geiſter bei Saatz in Böhmen bildeten, ſo mochte ungefähr dem alten Wanderer der erſte Anblick des hei⸗ ligen Lagers erſchienen ſein. Nicht lautes Rufen, To⸗ ben, Trommelſchlag und Partiſanklang, nicht freche Lieder oder Würfelgerolle ſchallte ihm jetzt entgegen. Lautlos lag heute das Lager ganz nahe vor ſeinen Blicken— eine Stadt der Todten, worin außer einem dumpfen Gemurmel und eintönigem Rufe der Wachen kein Laut vernehmbar war; denn es war die Betſtunde, welche Karatſon ſtreng einzuhalten pflegte.
„An zwei himmelhohen Eichen, deren eine vom Blitze geſpalten ſchien, hielten zwei baumlange walla⸗ chiſche Bauern mit noch einmal ſo langen Hellebarden die Tageswache.
„Die Sicherheit des ganzen Lagers ſchien nur den beiden Rieſenwächtern an dem Haupteingange an der Waldſeite anvertraut zu ſein, denn im ganzen übrigen Lager gingen nur wenige Wächter auf und nieder und trotz den Späherblicken aller, war es dem alten Zigeu⸗ ner gelungen, ſich an einer Zeltwand unbemerkt vorbei zu drücken, und im nächſtem Augenblicke ſtand er auf einem weiten grünen Raſenplatze vor einem viereckigen Zelte, auf welchem ein großes, ſchwarzes Kreuz aufge⸗


