Teil eines Werkes 
1. Theil (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

232

Alten, er ſchnürte ſeinen Ledergürtel feſter und wanderte, zum Frühimbiß die reinen Morgenlüfte trinkend, in die weite Ebene hinaus. Die Gegend war ihm nicht unbe⸗ kannt, denn mit ſicherem Auge hatte er jene kürzere Strecke gefunden, welche ihn über die Haide hinaus ſei⸗ nem Ziele zuführen ſollte. Als er endlich aus der lee⸗ ren Haide auf grünendem Boden anlangte, und ihn ein kleines Wäldchen aufnahm, warf er ſich auf den Raſen.

Leite Du mich und laſſe mein Werk gelingen, heilige Himmelskönigin! betete er leiſe vor ſich hin, indem er ſein Auge emporrichtete zur blauen Wölbung, welche freundlich durch die grüne Decke des Eichenlau⸗ bes hereinblickte, auf welchen ſich unzählige Sänger der Lüfte im Gefühle ihrer kurzen Lebensfreuden ſchaukelten.

Dann trat der Alte tiefer in die Waldesnacht und ſpähte mit ſorgenvollem Blicke herum.

So war er bereits eine Stunde weit fortgeſchritten, als er an die Grenze des Waldes gelangte und an einem graſigen Abhange die, gleich hohen Schneehügeln ei⸗ ner Eskimo⸗Niederlaſſung auf Labrador, aufgeſpannten Schaffellzelte des heiligen Lagers wahrnahm.

Einen Augenblick erbleichte der alte Wanderer dann des Zweckes ſeiner Sendung ſich bewußt, ſchritt er, mit einem Blicke nach oben auf die Zelte zu, welche immer deutlicher vor ſeinen Blicken hervortraten.