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küßte ſie.— Dann warf er noch einen ſtrahlenden
Blick auf das Bild der Mutter an der Wand.
„Ich habe einen guten Kampf gekämpft,“ ſagte er jetzt mit volltönender Stimme—„ich habe Dein Wort bewahrt, Mutter!— jetzt nimm Deinen Sohn an Deine Bruſt— denn es will Abend werden, und der müde Kämpfer für die Sache des Herrn ſehnt ſich nach Ruhe.“— Dann wandte er ſich zu dem kleinen Magiſter:„O ſprich mir mein Lieblings⸗ gebet, mein Freund,“ bat er mit brechender Stimme, und der Magiſter betete:
„Licht der Erde! Schöpfer, Deine Gaben Spende reichlich Du wie Meeres Sand! Laß ſie alle an dem großen Born ſich laben, Eins nur ſchenk' mir Deine Vaterhand:
Sieh', als einſt am ſüßen Mutterherzen
Ich empfand des Daſeins erſte Schmerzen, Sah ich lächeln um mich all' die Meinen, Ich allein begrüßte ſie mit Weinen— Und ſo fleh' ich, Vater: laß beim Scheiden Aus dem Thal der kurzen Erdenleiden
Alle weinen, die mich dann umreih'n, Und mich lächeln nur allein!“..


