Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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der Leidende die vergilbten Blätter der Roſe an den Glauben, die Reinheit, die Thätigkeit, die Ge⸗ duld und heilige Liebe zu Gott und den Menſchen mußt Du im Herzen tragen, lispelte er in kurzen von der Schwäche ſeiner ſchwerathmenden Bruſt gebotenen Pauſenund wie der Stamm dieſe Blätter, ſo ſoll die einzige ſtarke Tugend der Beharr⸗ lichkeit die andern alle zuſammenhalten, auf daß keine derſelben ſich entblättere, und die ganze ſchöne fünfblättrige Roſe als herrliches Siegeszeichen auf dem Sarge ruhe, worin ein Gerechter ſchläft!

Er hielt erſchöpft inne.

Dann richtete er ſein brechendes Auge auf das Bildniß der ältlichen Frau an der Wand.

Mutter, lispelte er mit erbleichenden Lippen, biſt Du zufrieden mit Deinem Sohne?

Und der Strahl der aufgehenden Mondſcheibe lief über das Antlitz des Bildniſſes, und die Züge der längſtgeſchiedenen Gebärerin des Sterbenden blick⸗ ten ihm ſo freundlich entgegen, als wollte ſie ſagen: Komm in meine Arme, mein Sohn! Und der Ster⸗ bende richtete ſich, von Chriſtophorus unterſtützt, mit verklärter Stirne emporSo gib mir die Roſe, mein Johannes! lispelte er, und Johannes reichte ihm die fünfblättrige Roſe Und Georg Plachh