Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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Fünfzehntes Rapitel. Ein heiliger Abend.

Hinübergeſchlummert war lange ſchon der Tag und nächtliche Schatten zogen über die Flur, auf welcher die grüne Decke des Frühlings lag.

Lilienweiße Sternchen von tauſend und tauſend Blüthen der wiedergrünenden Bäume ſchwammen in den lauen Lüften auf die erwachende Erde nieder. Der Heiland war erſtanden, und die junge Erde ſchmückte ſich mit friſchen Blüthen, ſeine Auferſtehung zu feiern.

Es war das Feſt der heiligen Crescentia, an welchem alles wieder wuchs, und zum neuen Leben gedieh, was kurz vorher unter der Leichendecke des Winters geruht hatte.

Es war der 19. April, das Feſt der heiligen Crescentia im Jahre 1664 nach Chriſti Geburt, als der ſcheidende Tagesſtern ſeine letzten Küſſe durch die Fenſter des Jeſuitenkollegiums zu Kuttenberg, der berühmten Bergſtadt Böhmens, warf.*)

Kuttenberg, die uralte königliche Bergſtadt Böh⸗ mens im éaslauer Kteiſe zwiſchen Kolin und Caslau,