Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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Wunſch und Johannes Proskowskh dachten jetzt nicht im mindeſten an den großen König und ſeinen Bar⸗ bier, ſondern ihre Wangen glühten, und ihre Ohren lauſchten der lauttönenden Rede eines halbtrunkenen baumlangen Studenten der Karoliniſchen Hochſchule, deſſen aus ſeiner Wammstaſche hervorragendes Ader⸗ laß⸗ und Schröpfzeug den Befliſſenen der Chirurgie bezeichneten, und der jetzt wieder ſeinen Zinnkrug mit dem duftenden böhmiſchen Biere emporhob, und ein „Pereat!“ auf den Profeſſor Plachh ausbrachte, wel⸗ ches jedoch von der obſchon gleichfalls halbtrunkenen übrigen Zecherſchaft nur theilweiſe mit ſchwachem Gelächter erwiedert wurde. Proskowskh und Wunſch ſtanden wie angedonnert.—

Der trunkene Chirurg aber fuhr nun mit ſtei⸗ gender Aufregung fort gegen Plachh zu raſen, in⸗ dem er ſeinen Zechgenoſſen erzählte, wie er aus ſiche⸗ rer Quelle wiſſe, daß Plachh infolge eines zum Beſten der Studentenſchaft an den Kaiſer überreich⸗ ten Gnadengeſuches von dieſem ein vom 15. Novem⸗ ber datirtes eigenhändiges Schreiben mit ſechshun⸗ dert ſchweren Reichsthalern erhalten habe, die er für die Studenten zu verwenden hatte.— Aber ſiehe da, kein Pfennig hievon ſei den Chirurgen, die doch gleichfalls bei der Belagerung weidlich mitgeholfen