Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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wenige Blicke ſchenkte, und in dieſen Tagen nur Angen für ihre leidende Roſa hatte.

Die arme Jungfrau hatte allerdings in den letzten Wochen eine ſchwere Pockenkrankheit überſtan⸗ den. Ihr ohne Vorwiſſen, blos durch Beihilfe ihrer guten Schweſter und einer Dienerin, die ihr nur nach vielen Vorſtellungen und Thränen nachgegeben hatte, auf die Inſel Klein⸗Venedig unternommener Gang, um Ottowaldskh zu ſehen, hatte ihren Zu⸗ ſtand wieder verſchlimmert. Die beiden Tanten und der Arzt Tomaſon konnten ſich dieß plötzliche Um⸗ ſchlagen der Krankheit freilich nicht erklären, hatte ſich doch Roſa am Vortage ihres heimlichen Aus⸗ ganges nach der Inſel gar beſonders wohlgefühlt aber Maria ging jetzt mit ſchweren Thränen im Auge herum, denn ſie war es, die den flehent⸗ lichen Bitten ihrer Schweſter nachgegeben, und ſie nach der feuchten Inſel geleitet hatte, und dieſe Thränen Mariens, ſie galten auch noch einem an⸗ dern Gegenſtande; Johannes, der ja über den Ozean ſcheiden wollte!...

Hochbekümmert blickte daher Frau Polixena von

Lobkowie auf beide Mädchen, und gar ſtill ging es

im lobkowieiſchen Hauſe her; es glich einer traurigen verſunkenen Stadt, wo die Freude unter dem Meeres⸗