Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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im lobkowiciſchen Hauſe vorzuſtellen, der vor Begierde brenne, die edle Frau kennen zu lernen, welche vor dreißig Jahren den Muth hatte, einem Mathias Thurn entgegenzutreten, und auf dieſe Art dem edlen Sla⸗ wata das Leben rettete.

Bald ſtand er mit demſelben vor der Frau des Hauſes, und die böhmiſche Gaſtfreundſchaft in der königlichen Hauptſtadt geſtattete nicht, ihn zurückzu⸗ weiſen.

Acht Tage verſtrichen daher abermals nach die⸗ ſer Vorſtellung, und der neueingeführte Gaſt, ein gewandter Lebemann, geſchult im Lager, wie in den Sälen, hatte bereits zweimal im lobkowiciſchen Hauſe eingeſprochen.

Sein geſchmeidiges einſchmeichelndes Benehmen, ſeine Rednergabe, ſeine vornehme Haltung und ins⸗ beſondere die Goldtreſſen ſeines Wammſes und die feinen brüßler Spitzen ſeines Halskragens, dann die goldenen Pfennige, welche er der Dienerſchaft des Hauſes für jede noch ſo kleine Dienſtleiſtung in die Hände drückte, dieß alles machte, daß Freund Pole bei der Anſtandsdame Frau Salome von Herber⸗ ſtorf ſchon nach wenigen Tagen in hohen Gnaden ſtand, während die gerechte, jeder Prunkſucht ſo fern ſtehende Frau Polirena dem tänzelnden Mephiſto