„Unterhalb des Schloſſes Wysehrad bei Prag gegen das Waſſer,“ ſagt Theobald in ſeiner Ge⸗ ſchichte des Huſſitenkrieges,*)„iſt ein hoher, ſpitziger Felſen, alſo, daß einer wie von einer Mauer in das Waſſer ſieht, an welchem Orte ein rundes Gemäuer, das ſie balneum Libusae nennen, zu ſehen. Dann ſo einen Libusa am Leben ſtrafen wollen, hat ſie ihn in dieſes Stüblein gehen heißen, welches alſo zubereitet, daß er von dannen herab über die Felſen den Hals gebrochen, und ins Waſſer gefallen. Et⸗ liche fagen, es hab' es Wenzeslaus gethan.
„Es ſind auch gegen das Waſſer unter der Erde ſchöne Gewölb' und iſt zu verwundern, wie ſie neben dem andern Gemäuer eine ſolche lange Zeit geſtanden. Sonſt iſt aus dieſem fürſtlichen und kaiſerlichen Hof ein Garten geworden, darinnen Rüben, Salat und andere dergleichen Sachen wachſen, daß einer wohl ſagen kann: En campus, ubi Troja fuit! Vorn bei dem Thore(das vermauert) iſt in den Waſen ein Irrgarten ausgehauen worden, der ſeltſame Gänge hat, und ob er wohl kaum vier Tiſch breit, will er doch Zeit haben, ihn auszugehen. Außerhalb des Schloſſes ſind drei Kirchen gar ſchlecht wiedergebaut worden,
*) Rürnberg 1621.


