Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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wieder von ihm in der Spelunke des Teubelhauſes den Händen ſeiner erbosten Gegner entriſſen worden

war es war Ernſt Ottowald, der fränkiſche Ritter,

der ſich ſeit vier Wochen täglich nach Klein⸗Venedig hinüberrudern ließ.

Dieß Klein⸗Venedig, oder die ſogenannte Schützen⸗ inſel oberhalb der Moldaubrücke, enthielt eine Reihe Lindenbäume, zwiſchen welchen Ottowald, in ſeinen Mantel gehüllt, auf und nieder ging.

Jetzt blickte er wieder ſehnfuchtsvoll über den Fluß und ging unruhig auf und ab aber das, was er ſehen wollte, ließ ſich nicht ſehe

Finſter vor ſich hinblickend, ſtand er hinter einer der größten der bereits mit ihrem Frühlingsſchmucke bedeckten böhmiſchen Linden am Eingange eines kleinen Fußpfades, der zur Herberge der Inſel führt.

Sieh' da, ſagte er, indem er die in den Baum eingegrabenen Zeichen betrachtete;ein Kelch und ein Schwert hatten hier auch die Brüder Kelchner ihr Lager aufgeſchlagen. Grüßt doch dieß Bundeszei⸗ chen heutzutage ſchier von jeder Stelle!

Ei freilich, Bruder Ottowaldsky, tönte es hinter ihm, und eine derbe Palme ſank auf ſeine Schulter.