Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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licher Gäſte Die Tage wurden ſtets trauriger, der Himmel verdüſterte ſich ſtündlich mehr, der drei⸗ ßigjährige Krieg, der Deutſchland von einem Ende zum andern verwüſtete, ſtand vor der Thüre.

Sehr erklärlich war es daher, daß der an trübe Bilder gewohnte Stadtbewohner und Landmann des Nachts die Geſpenſter witterte, die ſeinen Herd am Tage beunruhigten.

Durch das Städtlein Krumau ſowie durch die Umgegend ſchlich ſich daher im Beginne des Jahres 1618 die Kunde, daß ſich in den dunklen Gängen und Erkern des Schloſſes Krumau das traurige Geſpenſt der weißen Frau, der obgenannten Ahne des Hauſes Roſenberg mit dem weißen Schleppkleide und dem großen Schlüſſelbunde wiederſehen laſſe. Großes, großes Unglück bedeute ihr Erſcheinen!..

Auch der alte Kaſtellan Gandolph bekreuzte ſich, als er jenen ſtattlichen Ritter mit dem Sammtkoller und der goldenen Kette, welcher den jungen Georg an der Zizka⸗Eiche getroffen und mit nach Krumau geführt hatte, bei ſeiner Seligkeit verſicherte; daß er das Geſpenſt der weißen Frau mit ſeinen eigenen leiblichen Augen geſehen habe, wie es am äußerſten Ende des zur Zeit unbewohnten Schloſſes ſtand und traurig über die Moldau in die Stadt hinabblickte.