Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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Archiv in Wittingau bietet hierüber bedeutende hiſtv⸗ riſche Anhaltspunkte.

Nach dieſen ergibt ſich folgendes:

Die weiße Frau Böhmens nannte ſich Plichta oder Prichta von Roſenberg. Sie war Gemahlin des Herrn Hans von Liechtenſtein und eine Schweſter des bekannten Wilhelm Grafen von Roſenberg, wel⸗ cher in der erſten Hälfte des ſechszehnten Jahrhunderts auf dem Schloſſe Krumau Hof hielt, und deſſen zweite Gemahlin Katharina(geſtorben 1559) ſogar eine Prinzeſſin des braunſchweigiſchen Herzogs Ehrich war, was für die damalige Macht und das Anſehen des Hauſes Roſenberg zeugen dürfte.

Plichta von Roſenberg ſcheint jedoch in keinem günſtigen Rufe geſtanden zu ſein, daher der richtende Volksglaube ſie nach ihrem Tode als Geſpenſt in den roſenbergiſchen Schlöſſern herumwandeln ließ.

Als ein äußerſt merkwürdiges Original-Doku⸗ ment findet ſich aber ein von ihrer Hand geſchrie⸗ bener Brief an ihren vorerwähnten Bruder, den Herrn von Roſenberg, im wittingauer Archiv.

Sie mag denſelben während der Faſchingszeit aus Nikolsburg an ihren Bruder, nebſt einem ſoge⸗ nannten Faſchingsnarren, einer kleinen gebackenen Figur, etwa wie unſer Hanswurſt' eingeſendet haben.