Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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der Schneeſturm hat den Pfad verweht, und ſo bin ich abſeits gekommen und kann mich hier nicht mehr zurechtfinden; aber da mich der Mutterſegen begleitet, ſo hat mich Gott nicht umkommen laſſen und die heilige Jungfrau ſendete mir in Euch ſchon Hilfe zu.

Der ſtattliche Reiter betrachtete jetzt beim Scheine der Laternen, die ſeine Dragoner auf ihren Sätteln hängen hatten, den ſchönen Knaben mit ſichtlichem Wohlbehagen.Alſo Deinen Ohm gehſt Du zu be⸗ ſuchen, armer Junge? ſagte er, dem frierenden Kna⸗ ben mitleidig die von der Kälte doppelt geröthete Wange klopfend.Wie heißt Dein Ohm, lieber Georg?

Georg Ferus, antwortete der Knabe;er iſt einer der Studirten aus dem Jeſuitenkollegium in Krumau, und die Mutter meint, daß er mich nun zu ſich nehmen und auch ſtudiren laſſen ſolle; denn ich bin des Leſens und Schreibens ſchon gar wohl kundig.

Georg Ferus? fiel der vornehme Reiter ein, ach, das iſt wohl der Jeſuit aus Prag, der in Kru⸗ mau ſo ſchöne Kanzelvorträge hält? Ei, Junge! da haſt Du einen wackeren Ohm!*)

* Georg Ferus oder Plachh wurde zu Biſchofteinitz in Böh⸗