Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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Es war ein Knabe, der in ein kurzes Woll⸗ mäntlein gehüllt, ſein Ränzel trug und unter dem breiten Geäſte der Eiche Schutz vor dem immer heftiger hereinbrechenden Unwetter ſuchte.

Haut den Burſchen zu Boden! ſchrie Herr von Raupow, indem er mit gezogenem Schwerte auf den Knaben zurannte; dieſer aber war an der Eiche erſchöpft zu Boden geſunken und ſtreckte ſeine beiden Hände, ſich vertheidigend vor ſich.

Jetzt aber ranſchte es auf der Nordſeite der Eiche im hohen Schnee vernehmlich herüber; der Schritt nahender Roſſe wurde vernehmbar und eine brennende Fakel tauchte hinter dem Hügel empor. Mehrere Reiter, etwa ſechs an der Zahl, arbeiteten ſich mit ihren Roſſen durch den Schnee herauf.

Aber ſie zeigten ſich kaum und die drei Utra⸗ quiſten flogen, ihren Roſſen die Sporen in die Weichen drückend, nach der Südſeite der Eiche ins Weite.

Die ſechs ankommenden Reiter waren kaiſer⸗ liche Dragoner, an deren Spitze ein ſtattlicher Mann von etwa ſechsundvierzig Jahren auf einem Schecken ritt. Sein ſchwarzer Sammtmantel, die Goldborden an ſeinem Wammſe und die goldene Kette, welche an ſeiner Bruſt prangte, bezeichneten ihn als einen vor⸗