—
— 225—
mer umher ſchwankte und, vor Gram und Kum⸗ mer über dieſen ſchrecklichen Wechſel der Dinge, ſich noch immer nicht zu faſſen vermochte, obwohl ſie, wie aus ihrer Nachgiebigkeit gegen den väter⸗ lichen Machtſpruch ſich ergab, die ſberzengung, daß gegen den Ruf und Drang der Verhältniſſe nichts auszurichten ſei, ganz mit mir getheilt hat⸗ te. Ihr Anblick verſcheuchte ſogleich alle zaghaft kleinmüthigen Rückſichten aus meiner Bruſt. Vom Gefühl des tiefſten Seelenſchmerzes überwältigt, ſchloß ich, ohne die Gegenwart des Vaters im mindeſten zu beachten, die Zitternde mit leiden⸗ ſchaftlichem Ungeſtüm in meine Arme, verſicherte ſie, indem ich ihr verſtörtes, bleiches Geſicht mit glühenden Küſſen bedeckte, meiner wandellos fort⸗ dauernden Treue, und beſchwor ſie, bis unſer Schickſal wieder eine günſtigere Wendung genom⸗ men habe, auf gleiche Weiſe auch mich in lieben⸗ dem Andenken zu behalten. Der erſchrockene Zeuge dieſes für ihn ſo unerwarteten Auftritts, ſuchte ſich, ſtatt zu Scheltworten und Drohungen„ ſeine Zuflucht zu nehmen, für diesmal, ſo viel in ſeinen Kräften ſtand, zu bezwingen und zu mäßi⸗ gen. In peinvoller Haſt und Emſigkeit aber warf
[151


