Willensmeinung des Grafen meine feierliche Einführung in der Schloßkirche ſtattfinden ſollte, waren nunmehr noth drittehalb Wochen zu verleben; eine Ewigkeit fuͤr mich, deſſen Sehnſucht jetzt mit der unbezwinglichſten Ge⸗ walt nach Hilmershayn Zerichtet war. Klau⸗ 1 ring und ſeine Frau gingen während dieſer Zeit ſtill und gedankenvoll umher, ein Ge⸗ heimniß von ungewoͤhnlicher Wichtigkeit ſchien unter ihnen obzuwalten und fort und fort warfen ſie einander verſtohlne Blicke zu, in welchen kleinmuͤthiges Zagen und ängſtlich geſpannte Erwartung abwechſelnd ſich ausdruͤck⸗ ten. Ich hielt dies alles für den ganz natür⸗ lichen Ausdruck der innern Beſorgniß uͤber den zweifelhaften Empfang, deſſen ſie in Hil⸗ mershayn ſich zu verſehen hatten; denn wir waren uͤbereingekommen, die Reiſe dorthin gemeinſchaftlich zu unternehmen und dieſelbe gleich den Tag nach meiner Einfuͤhrung an⸗ zutreten. Deſto mehr ſetzte, am ihr vorher⸗ gehenden Sonnabend, die ploͤtzlich veränderte Gemuͤthsſtimmung mich in Erſtaunen, in wel⸗ cher ich beide antraf, als ich des Nachmittags bei meiner Zuruͤcktunft aus der Kirche, wo ich mit Vorbereitung fuͤr den nächſtfolgenden Morgen beſchäftigt geweſen war, ihre Wohn⸗ . 18*
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