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ausgeſehen; aber jetzt ſtand er groß und aufrecht da. Dennoch ſah ſie das Geſicht nicht deutlich; der un⸗ tere Theil deſſelben war ganz von dem dunkeln Barte bedeckt und der obere durch ſeinen Turban; auch richtete er den Blick gewoͤhnlich nkederwärts.
„Beduͤrft Ihr etwas, Freund?« fragte ſie unter leichtem Zittern, weil ſie wußte, daß Donald außer dem Hauſe beſchaͤftigt war.
Der Fremde antwortete nicht. Er ſtarrte wild
vor ſich hin, athmete ſchwer auf, warf einen eiligen
unruhigen Blick um ſich her; dann trat er dicht an ſie heran und legte ſeine zitternde Hand auf ihren Arm. Noch immer ſprach er nicht, aber es lag Et⸗ was in dem Drucke dieſer Hand— Etwas in dieſem ſchweren ſchnellen Athmen! Frau Cameron ergriff wild den Arm, der auf dem ihrigen lag.»Im Na⸗ men des Allmaͤchtigen!« rief ſie— ſie konnte Nichts mehr hervorbringen— den naͤchſten Augenblick wur⸗ de ſie an das Herz ihres Sohnes gepreßt! Sie hörte ſeine Stimme in ihren Ohren, füͤhlte ſeinen
Kuß auf ihrer Wange und wußte, daß er lebte!
Lange und ſchweigend und bitter kann ihre Freude genannt werden. Malcolm ſprach nur durch haͤufige, ſchwere Seufzer und krampfhafte Umarmungen; ſeine Mutter murmelte Dankſagungen und Gebete, faſt ohne ihrer Sinne mächtig zu ſeyn.»Ich ſehe Dich alſo wieder mein Sohn!« ſagte ſie endlich, als ſie, das Tuch von ſeinem Kopfe ſtoßend, traurig auf die noch immer weiße Stirn und ſeine rothgeweinten Augen blickte.


