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zu erhalten und mit der ſie zu handeln wuͤnſchte, wenn es auf die Erwaͤgung der Frage ankaͤme, ob die thätige Theilnahme an der vorgeſchlagenen Sache rechtmaͤßig ſey oder nicht; deshalb ſetzte ſie ſich nieder und las bis Mitternacht.
Nur hin und wieder wandte ſie in der That wohl das Auge von ihrem Buche nach dem großen gothiſchen Fenſter, während die Lichter in den andern Fenſtern des Schloſſes eins nach dem andern ver⸗ ſchwanden, und dieſer ganze Fluͤgel des Gebaͤudes vol⸗ lig dunkel wurde.
So wie die Glocke zwolf ſchlug, warf ſie ihren weiten Mantel um, und kniete dann einige Minuten nieder, um in einem kurzen inbruͤnſtigen Gebete Got⸗ tes Segen und Schutz auf ſich in dieſer vielleicht un⸗ beſonnenen Unternehmung herabzuflehen. Sie erhob ſich geſtaͤrkt, ſtieg leiſe die Treppe hinunter und ſchlupfte behende durch die verworrenen Kruͤmmungen eines langen Ganges; trat durch eine Hinterpforte in einen der offenen Höfe, von welchem aus ſie ihren Weg uͤber andere ode Plaͤtze und dachloſe Theile des Gebaͤudes verfolgte, bis ſie das entfernteſte Viereck erreichte, das zu dem großen, jetzt voͤllig unbewohnten Thurme gehoͤrte. F.
Die Graͤſer des Hofes ſeufzten unter ihren Trit⸗ ten und der Beruͤhrung ihres Gewandes, als ſie ſchnell daruber hineilte. Bei dem Lichte einer kleinen Laterne, die ſie ſorgfältig in einer dem bewohnten Theile des Schloſſes entgegengeſetzten Richtung hielt, ſah ſie, daß der Oberſt ſie erwartete.


