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wirklicher Begebenheiten enbete an der Thuͤr zum Cabinette; und dort, wo die Nachforſchende getaͤuſcht wurde, hat die Phantaſie das erſetzt, was in der verlorenen Urkunde der Abtei von Vern⸗ ham„enthalten geweſen ſeyn koͤnnte.“ Die Geſchichte geht tief in die vergangenen Jahrhunderte zuruͤck. Deshalb können die Handlungen und die Sprache der Perſonen ſich nur auf den be⸗ ſchraͤnkten Ideenkreis jener aus Froͤmmigkeit, Aberglauben, Hel⸗ denmuth und Barbarei gemiſchten Zeiten beziehen. Die Extreme waren damals groß. Das moraliſche Chaos des Heidenthums hatte ſich eben geſchieden; das Licht von der Finſterniß getrennt; und das Chriſtenthum, kann man ſagen, feſſelte damals in der Geſtalt des Erzengels Michael den Drachen. Daher war das Herz des Weibes rein, weil es von der Welt unbefleckt erhalten wurde; dar⸗ um der Geiſt des Mannes edel, weil zu dienen und zu beſchuͤtzen als Probe des Adels galt; ſolche Muſter fand man in jenen Ta⸗ gen, und hier in der Urkunde der Berenice verſuchen wir deren Schilderung. Eſcher, Surry, 1826.—


