Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

0 delte Friedrich Wilhelm im Geiſte der öffentlichen Meinung, als er die bei der Regie angeſtellten Fran⸗ zoſen entließ, das Tabaksmonopol aufhob, und die Finanzen nach den fortgeſchrittenen Anſichten der Staatswirthſchaft einrichten ließ. Eben ſo war es an der Zeit, daß das bereits von Friedrich Il. beab⸗ ſichtigte neue Geſetzbuch, um der Mengerei aus⸗ laͤndiſcher und veralteter einheimiſcher Rechte bei ei⸗ nem echtteutſchen Volke zu ſteuern, unter dem Na⸗ men des allgemeinen Landrechts ins öffent⸗1794 liche Staatsleben eintrat, wenn es gleich durch ſpa⸗ tere Nachhuͤlfen und Umarbeitungen an innerm or⸗ ganiſchen Zuſammenhange nicht gewonnen hatte. Auf gleiche Weiſe ward den Beduͤrfniſſen eines in der Eultur und Geſittung kraͤftig fortgeſchrittenen Volkes abgeholfen, als Friedrich Wilhelm, fuͤr die Leitung des geſammten Schul⸗ und Erziehungswe⸗ ſens, ein Oberſchulcollegium gruͤndete, weil die Mitglieder des Predigerſtandes nicht ſelten des hellen unbefangenen Blickes und des aus eigener Praxis hervorgegangenen ſichern Tactes in der Be⸗ handlung des Schul⸗ und Etrziehungsweſens er⸗ mangeln, das, weder in der Idee, noch in der Praxis, dem Kirchenweſen untergeordnet wer⸗ den darf, ſondern, nach ſeiner innern Wichtigkeit und nach ſeinem ſelbſtſtäͤndigen Verhältniſſe zu dem ganzen Staatsleben, dem Kirchenweſen gleichge⸗ ſtellt werden muß. Eben ſo war es für das gei⸗ ſtige Leben Gewinn, daß die Akademie der Wiſſen⸗ ſchaften zu Berlin ein teutſches Gepräge erhielt, wie bereits ihre tiefgedachte und trefflich ausgeſpro⸗ chene Stiftungsurkunde unter dem Koͤnige Friedrich dem erſten beabſichtigte. Selbſt daß die karg zuge⸗ meſſenen Beſoldungen der Staatsbeamten, nach