Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2

Stiftung des teutſchen Fuͤrſtenbundes die von Jo⸗ ſeph beabſichtigte Abruͤndung Oeſtreichs durch die Einverleibung Bayerns vereitelt; noch mit dem He⸗ ros der nordamerikaniſchen Freiheit einen Handels⸗ vertrag unterzeichnet; noch dem lang ihm entfrem⸗ deten Großbritannien, bei Hannovers Theilnahme am Fuͤrſtenbunde, die Hand zu einer neuen Annä⸗ herung zwiſchen beiden Maͤchten geboten; allein mit Rußland beſtand kein Buͤndniß mehr, und Joſeph II. beobachtete Preußen, bei aller Achtung vor Friedrichs Geiſte, nicht ohne Eiferſucht.

Die Anfaͤnge einer neuen politiſchen Ordnung der Dinge in Europa begannen bald nach Friedrichs Tode; ſie waren bereits während der letzten Regie⸗ rungsjahre des großen Konigs im Stillen vorbergi⸗ tet worden. Allmaͤhlig zeigten ſich im innern und äußern Leben der meiſten europäiſchen Staaten die ſchärfſten Gegenſätze. Wo die Regierungen mit den Fortſchritten der Völker in der Geſittung und Reife gleichen Schritt hielten, oder wo von oben ſelbſt, wie unter Friedrich in Preußen, dieſer Fortſchritt vorbereitet und herbeigefuͤhrt, wo das Volk von der Intelligenz der Fuͤrſten zu einer hoͤhern Stufe des bürgerlichen Daſeyns heraufgebildet ward; da tra⸗ ten jene Gegenſaͤtze nicht hervor. Allein da, wo man die maͤchtige Bewegung in den Fortſchritten der Voͤlker entweder gar nicht erkannte, oder nicht richtig wurdigte, wie z. B. in Frankreich, in den Niederlanden, und in Polen; wo man bald mit halben Maasregeln auszureichen vermeinte, bald mit den draſtiſchen Mitteln der Militairgewalt den ſich regenden neuen Geiſt in der Mitte der Völker erſticken wollte; da brauſete, zum Schrecken Euro⸗ pa's, der Revolutionsſturm auf, in welchem an