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Friedrich II. ſprach, während dieſes Tuͤrkenkrieges, den Kaiſer Joſeph II. zweimal perſoͤnlich, zuerſt zu Neiße(1769), wo Joſeph den König beſuchte, und dann zu Neuſtadt in Mähren(1770), wo Friedrich dem Kaiſer ſeinen Gegenbeſuch machte. Allein Maria Thereſia, die ihren Sohn von den eigentlichen Regierungsgeſchaͤften, wie fruͤher ihren Gemahl, den Kaiſer Franz, ausſchloß, und durch den Fuͤrſten Kaunitz mit Friedrich unterhandeln ließ, war nicht gleichgultig bei den Siegen Rußlands uber die Heere der Pforte, und bei dem mäͤchtigen Ein⸗ fluſſe Katharina's auf Polen. Dagegen lud Katha⸗
1770 rina den Prinzen Heinrich von Preußen zu ſich nach Spt. Petersburg ein, wohin er von Stockholm reiſete,
wo er die Kriegserklaͤrung Schwedens gegen Ruß⸗ land verhindert hatte. Bei ſeiner Anweſenheit in Petersburg kam, wahrſcheinlich von ihm ſelbſt zuerſt veranlaßt, der Plan zur erſten Theilung Po⸗ lens zur Reife, und Friedrich Ill. ging leicht in dieſen Gedanken ein. Ob nun gleich ein öſtrei⸗
1771 chiſches Heer, nach der Abſchließung eines Sub⸗
ſidienvertrags mit der Pforte, unter dem Vorwande eines Grenzcordons gegen die in Polen ſich verbrei⸗ tende Peſt, zur Unterſtützung der polniſchen Confö⸗ derirten von Ungarn aus in Gallizien vordrang; ſo erſchien doch gleichzeitig, unter demſelben Vorwande eines Peſtcordons, auch ein preußiſches Heer in den an Preußen angrenzenden Provinzen Polens. Maria Thereſia fuͤhlte, ein Krieg ſey bei der Feſthaltung des fruͤher von ihr angenommenen Syſtems unver⸗ meidlich; ſie willigte daher, nachdem Kaunitz ihr Gewiſſen deshalb beruhigt hatte, in den ihr von Rußland und Preußen mitgetheilten Plan einer Thei⸗ lung Polens.


