Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1827)
Entstehung
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Mit mehr Umſicht und Schonung verfuhr Fried⸗ rich III., nach ſeines Vaters Tode, gegen ſeine Stiefmutter und Stiefbruͤder. Zwar erklärte er das Teſtament ſeines Vaters fur unguͤltig, weil es den fruͤhern Hausvertraͤgen geradezu widerſprach; er

1692 ſchloß aber mit ſeinem alteſten Stiefbruder, Phi⸗

lipp Wilhelm, einen Erbvergleich, in welchem demſelben nicht nur der Beſitz des ihm von ſei⸗ nem Vater verliehenen beſondern Fuͤrſtenthums Schwedt beſtätigt, ſondern auch noch eine reich⸗ liche Ausſtattung an Einkuͤnften bewilligt ward.

In Hinſicht ſeiner Stellung zum Auslande entging dem Churfuͤrſten die Gefahr nicht, die dem teutſchen Reiche von Frankreich drohte, obgleich ſein Vater in den letzten Jahren ſeiner Regierung, ver⸗ ſtimmt durch die Unthaͤtigkeit der Teutſchen und na⸗ mentlich des kaiſerlichen Hofes in dem Kampfe ge⸗ gen Ludwig XIV., dieſem Koͤnige ſich mehr, als fruher, anzunaͤhern geſucht hatte. Friedrich III. nahm ſogleich eine feindliche Stellung gegen Frank⸗ reich, als noch in demſelben Jahre, wo er die Re⸗

1688 gierung antrat, Ludwig XIV. bei ſeinen übermü⸗

thigen Anſpruchen auf die pfalziſche Allodialerbſchaft fuͤr die aus dem, im Mannsſtamme erloſchenen, pfaͤtziſchen Hauſe Simmern abſtammende Herzogin von Orleans, den Krieg gegen Teutſchland ausſprach, und ihn mit den wildeſten Verheerungen der ſchön⸗ ſten Rheingegenden eroͤffnete.

Dazu kam fur den Churfuͤrſten noch eine zweite Veranlaſſung. Durch ſeine verewigte Mutter dem oraniſchen Hauſe nahe verwandt, ſtand er mit dem