2 zuruͤck. Dazu kam die Abneigung ſeiner Stiefmut⸗ ter, der Churfurſtin Dorothea, gegen ihn, die, in⸗ dem ſie ihre Soͤhne beguͤnſtigte, bei dem Vater nachtheilig gegen Friedrich wirkte, und die vieljäh⸗ rige Spannung zwiſchen beiden herbeifuͤhrte. Dieſe Spannung bewirkte die Flucht des Sohnes nach Kaſſel, und dieſe Flucht erbitterte den Vater in ei⸗ nem ſo hohen Grade, daß er anfangs den Prin⸗ zen Friedrich ganz enterben wollte„und dann in ſeinem Teſtamente die Theilung der Länder un⸗ ter ſeine vier Soͤhne verordnete. Ob nun gleich dieſe Verfuͤgung weder mit dem Hausgeſetze des Chur⸗ fuͤrſten Albrecht Achilles, noch mit den uͤbrigen Ver⸗ traͤgen in der Dynaſtie Hohenzollern vereinbar war; ſo ſollte doch Friedrich, ſelbſt nach der Aus ſöhnung mit dem Vater, blos mit der Churwuͤrde und den Marken ſich begnuͤgen, waͤhrend ſeinen Stiefbrü⸗ dern die uͤbrigen Lander beſtimmt waren. Aller⸗ dings blieben dieſe Verhältniſſe nicht ohne Einfluß auf die individuelle Stimmung und Richtung Fried⸗ richs IIl., ſo wie auf ſein Betragen gegen Oeſtreich, wie er, noch als Kronprinz, in die Bedingungen des geheimen Vertrages einwilligte, die ihm der öſtreichiſche Geſandte in Berlin, in Hinſicht der künf⸗ tigen Zuruͤckgabe des Schwibuſſer Kreiſes, abnöthigte.
Friedrich lil war, nach der eigenen Schilderung ſeines großen Enkels*), geiſtig ſchwach, aberglaͤu⸗
*) Friedrich I. ſchließt, in ſ. mémoires 7. 3., die ausfuͤhrliche Schilderung ſeines Großvaters mit den Worten:„II 6toit, en un mot, grand dans les petites choses, et petit dans les
grandes; et son malheur a voulu, qu'il fut
placs dans T'histoire entre un père et un


