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Erzählungen für Regentage / Eduard Plouvier ; mit einer Vorrede von Georges Sand ; uebertragen von Julius Würzburger
Entstehung
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von Benvenuto. Auf einer Etagdre von Kryſtall hundert

tauſend Franks von Thorheiten. Auf dem Boden. Stenias Taſchentuch, einige dicke Polſter von weißem Cachemir, und einige Räuchervaſen von indianiſcher

Form.) Stenia. Fabius.

Zugleich mit dem Vorhange erhebt ſich Stenias bisher gebeugte Stirne, und ihre ſchönen ſchwarzen Au⸗ gen, die trauriges Grübeln verſchloſſen hielt, öffnen ſich mit der Thüre des Boudvirs.

Stenia. Sie!...

Fabius. Ich ganz und gar! Und warum denn Sie, theure Liebe?

(Er nähert ſich Stenien. Er nimmt ihren Kopf ſanft in ſeine Hände und küßte ihr fröhlich Stirn und Augen. Stenia läßt ihn ziemlich unwillig gewähren; nur als Fabius mehr will, wendet ſie, mit vieler Ge⸗ wandtheit den Kopf rechts und links, ſo daß der Freund immer nur zwei friſche, ſpöttiſche Wangen trifft.) Ste⸗ nia, was haſt Du denn?

Stenia. Aber... Nichts. Ich freue mich⸗ Sie zu ſehen. Sonſt nichts.

Fabius. WiederumSie! Sieh einmal Kleine, ſprich mit mir; rede ordentlich mit mir. Biſt Du ver⸗ drießlich? Was gab es für Verdruß, ſage?

Stenia. Ich bin wirklich nicht verdrießlich. Seben Sie denn nicht, daß ich fröhlich, glücklich und hingeriſſen bin!(Schmerzliches, neckendes Schweigen, das aber nicht lange dauern kann.) Was haſt Du heute gethan, Fabius?

Fabius. Oh, Vielerlei, geh! Ich habe gearbei⸗ tet wie ein Vandevillenverfaſſer! Zuerſt mit einiger An⸗ ſtrengung, dann mit Liebe und endlich mit Begeiſterung!