Der Blutlohn.
Spaniſche Legende.
Was liegt am Jahre in welchem die Begebenheiten dieſer Erzählung vorfielen? Man kann darüber nur ſo viel ſagen, daß es ſchon lange her iſt.
Wenn man Biscaya verläßt, um nach Alteaſtilien zu gehen, iſt die erſte Stadt die man auf der Straße nach Modrid trifft, Miranda am Ebro; um einige Stun⸗ den weiter kommt man in die Gebirge von Occa, ein Zweig der Iberiſchen Berge, der großen Kette, die ganz Spanien durchzieht. Dieſe langen, hohen Gebirge bilden entſetzliche Schluchten, ſchroffe Felſen und tiefe Klüfte, deren armſelige Pflanzen niemals von einem Sonnen⸗ ſtrahl geliebkoſt wurden.
An einem lauen Herbſtabende waren zehn bis zwölf Männer, die man nach ihrer Kleidung als Gebirgsräu⸗ ber erkennen konnte, in einer Höhle vereinigt, die ſich in einem Felſen in einer Tiefe von ungefähr vierzig Fuß öffnete, und deren Zugang, durch hohe Felſen, die ſich vereinigen zu wollen ſcheinen, geſchützt, ſo unwegſam iſt, daß er vielleicht nur dieſen Räubern und Gott bekannt iſt.
Unter dieſen Männern befindet ſich einer, deſſen wilde Majeſtät ſeiner ganzen Perſönlichkeit ihn über die Andern zu erheben ſcheint; dieſer Menſch iſt ihr Anführer, der


