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OhneZweifel ein Liebeskummer. Das kommt in Ihrem Alter oft vor.
— Sie täuſchen ſich über den Grund meiner Traurigkeit, Herr Gouverneur.
— Und welchen Grund haben Sie denn, Herr Ritter von Morvan?
— Herr Gouverneur, ich bitte Sie um die Erlaubniß, auf dieſe Frage nicht zu antworten; der Reſpekt, den ich Ihnen ſchuldig bin, legt mir Schweigen auf.
— Handelt es ſich um mich? ſagte Ducaſſe. In dem Falle, Ritter, bitte ich Sie, ſich zu erklären, da Sie mir noch mehr Gehorſam als Reſpekt ſchuldig ſind.
— Wenn Sie es befehlen, Herr Gouverneur—
— Ich wiederhole es Ihnen, ich bitte Sie darum! Men⸗ ſchen wie Sie ſind, befiehlt man nicht.
„WMorvan verneigte ſich und ſprach mit feſter Stimme:
— Herr Gouverneur, mein Herz blutet, wenn ich denke, daß ich dem Adel angehörend und werth, mein Blut im Dienſte des Königs zu verſpritzen, dennoch in eine Truppe von— in eine irreguläre Truppe eingereiht bin. Der An⸗ blick der königlichen Uniformen macht mir meine falſche Stel⸗ lung noch fühlbarer. Ich beneide den letzten Offizier des Ge⸗ ſchwaders um ſein Schickſal.— Glauben Sie mir übrigens, daß ich die Ehre, unter Ihren Befehlen zu dienen, ſehr hoch ſchätze. Wenn mich nicht Ihre Gegenwart an der Spitze der Flibuſtier ein wenig von meiner Erniedrigung erheben würde, ſo bliebe ich mit dem Degen in der Scheide ein unthätiger Zu⸗ ſchauer des Kampfes und würde daran keinen Antheil nehmen, ausgenommen vor Carthagena's Thoren.
Ducaſſe hatte den Ritter mit beſonderem Intereſſe
— Herr von Morvan, antwortete er ihm mit väterlicher Miene, ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen; ich begreife Ihre Empfindungen, ſie entſprechen Ihrem Alter und Ihrer Stellung durch Geburt. Laſſen Sie mich Ihnen indeß die Bemerkung machen, daß Sie gegen die Flibuſtier ungerecht ſind. Die Küſtenbrüder verdienen es nicht mit ſolcher Strenge behandelt zu werden; ihre Vergangenheit bildet eine der glänzendſten Seiten in der Geſchichte Ludwig's XIV. Dieſe Inſel St. Domingo, welche ſie zu erobern und zu behalten wußten, wird vielleicht


