Teil eines Werkes 
4. Band (1854)
Entstehung
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Der junge Mann wurde in ſeinen düſtern Gedanken durch Waldblume unterbrochen.

— Mein Ritter Louis, ſagte die Reizende, nachdem ſie ſich ihm, ohne daß er es merkte, genähert hatte, Du weißt, daß bei Montbars dem Worte die That bald nachfolgt. Ich wäre nicht erſtaunt, wenn er ſchon heute Abend aufbrechen würde. Verſprich mir, nicht abzureiſen, ehe Du mich noch einmal ge⸗ ſehen haſt.

Die leichte Reſignation, mit welcher Waldblume den Ge⸗ danken einer Trennung aufzunehmen ſchien, verurſachte Morvan ein ſchmerzliches Erſtaunen.

— Jeanne, ſagte er traurig, ich liebe Dich zu innig, um Dir meine Gedanken verhehlen zu wollen. Nicht mein Mund, ſondern mein Herz ſpricht mit Dir. Ich geſtehe Dir, daß Du mir ein peinliches Erſtaunen verurſachteſt, indem Du mir rie⸗ theſt, mich von hier zu entfernen, und mit Montbars zu gehen. Du wußteſt doch nicht, daß es ſich für mich um die Erfüllung einer heiligen Pflicht, nemlich darum handelte, meinen Vater zu rächen. Iſt es Dir denn in Folge einer plötzlichen Veränderung, welche in Dir vorgegangen, und die ich nicht zu unterſuchen wage, ſo läſtig geworden, mich hier zu ſehen, daß Du Dich für meine ſchnelle Abreiſe intereſſirſt?—

— Du irrſt, mein Ritter Louis, antwortete Jeanne, den Kopf verwirrt ſenkend, ich habe Dich nie ſo ſehr geliebt, wie ich

Dich jetzt liebe! Denn erſt ſeit einer Stunde begreife ich, wie

zart Dein Benehmen gegen mich geweſen iſt. Du biſt ein edles großmüthiges Herz, mein Ritter Louis, aber wir dürfen nicht Jänger beiſammen bleiben. Ich beſchwöre Dich, keine Frage mehr an mich zu richten: zum erſten Male, ſeit ich Dich kenne, würde ich Dir nicht antworten.

In den Worten des jungen Mädchens lag eine ſo tiefe, reſignirende Traurigkeit, daß Morvan darüber die Thränen in's

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