— Es ſcheint, daß man in dieſem drolligen Lande viel Werth darauf legt, wenn Einer, wie Montbars mir kürzlich ge⸗ ſagt hat, tüchtig dreſchen kann. Er hätte mir ſein Gold in et— was anſtändigerer Weiſe geben können, dieſer Laurent; aber das thut nichts, Gold bleibt immer Gold.
Montbars nahm dann ſeinen Neffen am Arm, und führte ihn fort von der Menge, welche dieſer Scene, an der ſo be⸗ rühmte Leute wie Montbars und Laurent theilgenommen hatten, mit ängſtlichem Schweigen beiwohnte.
— Mein braver Louis, ſagte der Boucanier mit be— wegter Stimme, Du biſt da in einen traurigen Handel gera— then.— Ich würde mein ganzes Vermögen darum geben, wenn Dein böſer Stern Dir nicht Laurent in den Weg geführt hätte!
— Sie haben Unrecht, Montbars, ſich vor dieſem Duell ſo ſehr zu fürchten. Mein Wort als Edelmann, ich bin feſt überzeugt, daß ich es ſiegreich beſtehen werde. Aber wer iſt denn dieſer Laurent?
— Der ſchöne Laurent, wie man ihn nennt, iſt ein Mann, der nächſt mir in der ganzen Flibuſterie den größten und verdienteſten Ruhm hat. Seine Kühnheit, ſein ſicherer Blick, ſeine Kraft, ſeine Kenntniſſe in allen Dingen ſind außer⸗ ordentlich. Die Natur hat ihn mit den koſtbarſten Eigenſchaften ausgeſtattet; leider iſt er durch ſeinen grenzenloſen Hochmuth, durch ſeine unverſöhnliche Grauſamkeit, und durch unerhörte Hartnäckigkeit ein Ungeheuer.— Er glaubt an nichts. Lau⸗ rent ſtrebt ſeit langer Zeit nach meiner ſouveränen Autorität, und arbeitet im Geheimen daran, meine Macht zu untergraben. Er möge ſich in Acht nehmen, ich bin wachſam! Ich darf mir übrigens nicht verhehlen, daß er eine große Popularität genießt. — Seine Großmuth, ſeine Verſchwendung ſind grenzenlos; ſeine Börſe gehört allen Unglücklichen!— Ein ſonderbarer Menſch!— Zuweilen bin ich ſogar verſucht zu glauben, daß
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