Teil eines Werkes 
2. Band (1854)
Entstehung
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Mann mit dem Ton des Ernſtes, ich habe es keineswegs noth⸗ wendig, mich erſt zu ſammeln; mein Entſchluß iſt bereits ge⸗ faßt; er iſt unwiderruflich. Die heiligſte Liebe, welche Gott nach der Liebe zu den Eltern in das menſchliche Herz gepflanzt hat, iſt die Liebe zur Freiheit! Mein Vater iſt todt; nur die Freiheit iſt mir geblieben; ich ſchlage den Vertrag, den Sie mir vorſchlagen, aus. Ich bitte Sie nun, fuhr Morvan fort, da er merkte daß Montbars ſprechen wolle, mich auch ohne Unter⸗ brechung anzuhören! Meine Offenherzigkeit wird der Ihrigen gleichen! Ich glaube an Ihre Freundſchaft, und komme Ihnen mit gleicher Geſinnung entgegen; ich werde Ihnen aber nicht verhehlen, daß Sie etwas an ſich haben, was mich zurück⸗ ſtößt, und meine Zärtlichkeit mitten in ihrem Drange aufhält! Als Bruder meines Vaters haben Sie Ihren Namen ver⸗ leugnet und gefordert, daß ich Sie Montbars nenne. Ich habe gehorcht; aber von dem Augenblick an iſt der Oheim aus meinen Augen verſchwunden, und ich ſehe nichts mehr als den Freund, den Waffengefährten des Grafen von Morvan.

Heute habe ich nur einen Wunſch: nämlich mir durch meinen Muth eine Zukunft zu gründen, und dabei meine Un⸗ abhängigkeit zu bewahren. Ihren Rath werde ich ſtets dankbar entgegennehmen; Ihre Unterſtützung ſchlage ich aus. So wie Sie mir einmal ſagen:Morvan, dort verbirgt ſich der Mör⸗ der Deines Vaters, auf dieſe Weiſe mußt Du Dich rächen werden Sie mich Ihren Befehlen völlig ergeben finden, ich werde Ihr Sklave ſein. Außer dieſem feierlichen Umſtande wünſche ich völlige Freiheit zu behalten.

Die freie und muthige Sprache des jungen Mannes ſchien dem Boucanier, fern davon ihm zu mifallen, vielmehr eine lebhafte Freude zu verurſachen.

Gutes Blut verleugnet ſich nicht, ſagte er indem er Morvan zärtlich anblickte; es kömmt mir vor, lieber Louis, als hätte ich eben meinen armen Bruder gehört. Nun wohl! ſei es nach Deinem Willen. Du haſt in der That vielleicht Recht meine Hilfe auszuſchlagen. Für einen Mann von Herz iſt das Glück nur dann etwas Edles und Großes, wenn er es ſich ſelbſt durch Muth und Mühſal errungen hat. Graf von Morvan, Dein Vater, hat Dir nichts zum Erbe gelaſſen als die Ehre ſeines Namens;