Teil eines Werkes 
2. Band (1854)
Entstehung
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üppige Pflanzenwelt, dieſe düſtern Wälder, dieſen glühenden Himmel, dieſe Miſchung von Gluth und Gold.**

Ich ſuche vergebens nach Worten, die meine Bewun⸗ derung ausdrücken könnten, antwortete der junge Graf Morvan; die menſchliche Sprache bleibt vor dieſer erhabenen Pracht der Natur ſtumm und ohnmächtig; mein Herz ſingt eine Hymne zum Preiſe Gottes. Ja, dieſes Land iſt das Land meiner Träume.

Der ungefähr zwei Meilen breite Kanal, welcher die Inſel Tortue von der Küſte St.⸗Domingo trennt, bietet in der That einen Anblick, welcher den Europäer überraſchen muß.

Mitten im Ozean gelegen, wie ein Blumenbeet in einem Garten, gleicht die Inſel Tortue, welche von allen Seiten mit dichten Wäldern und nur im Süden mit einer furchtbaren Felſen⸗ kette Namens Cote⸗de⸗Fer bedeckt iſt, einem ungeheueren in Stahl gefaßten Smaragd. Im Süden dehnt ſich die große Inſel St.⸗Domingo aus, mit ihren düſteren Wäldern und ihren ma⸗ leriſchen Oertlichkeiten, die im Zorn der Natur entſtanden zu ſein ſcheinen; im Oſten und Weſten verliert ſich der Blick in die Unermeßlichkeit des Ozeans.

Alſo, ſagte der junge Mann, indem er ſich der Betrach⸗ tung dieſes großartigen Schauſpiels mit Mühe zu entziehen ſchien,

das Land, an deſſen Küſte wir vorüberfahren, iſt die Inſel Tor⸗

tue, welche durch die Thaten der Boucaniers ſo berühmt ge⸗ worden iſt?

Sie iſt es, mein Freund, dieſe im 20 und 30 40 vom Aequator gelegene Inſel, die nicht mehr als 16 Meilen im Umfang hat, läßt die Macht Karl's Il. erbeben, und wirft auf die Sonne Spaniens einen Schatten. Auf der Inſel Tortue ſind nur ſechs bewohnte Plätze: la Baſſe⸗Terre, Cayorme, la Montagne, le Milplantage, le Ringot und la Pointe⸗au⸗Maſſon. Die elenden Hütten dieſer Plätze haben unter ihren Dächern aus Palmblättern mehr Gold glänzen geſehen, als je nach dem

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