Teil eines Werkes 
2. Band (1854)
Entstehung
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Auf dieſe Antwort Morvan's erfolgte ein langes Still⸗ ſchweigen. Nativa ſchien trotz ihrer gewöhnlichen Sicherheit wie niedergedonnert. Der junge Mann ergriff zuerſt wieder das Wort.

Fräulein, ich habe Sie ohne Zweifel beleidigt, ſagte er mit ſanfter und gerührter Stimme; ich beſchwöre Sie mir zu vergeben. Warum haben Sie auch das Opfer meiner Liebe verlangt!

Ich hätte von Ihnen das Opfer Ihrer Liebe ver⸗ langt? entgegnete Nativa erſtaunt. Habe ich nicht im Gegen⸗ theil Ihrem Ehrgeiz eine Ausſicht eröffnet, und Ihnen gezeigt, daß Sie Hinderniſſe und Klüfte überſteigen können, die Sie für unüberſteiglich gehalten haben?

Fräulein, ſagte Morvan, indem er zweifelnd und mißmuthig den Kopf ſchüttelte, heißt das nicht das Opfer mei⸗ ner Liebe verlangen, wenn Sie mir rathen niederträchtig zu werden? Ich ſehe, Sie haben für mich weder Sympathie noch Zärtlichkeit. Ein Weib wie Sie muß vor Allem für die Liebe desjenigen beſorgt ſein, den ſie liebt.

Ich verſichere Sie, Ritter, verſetzte Nativa mit einer gewiſſen Rührung, daß ich über die Rolle, die Sie zurückweiſen, mit Ihnen nicht einer Meinung bin. Ich glaube, daß die Liſt erlaubt ſei, wenn es ſich darum handelt der Menſchheit einen großen Dienſt zu leiſten, ſchauderhaften Räubereien ein Ende zu machen und grauſame Ungeheuer zu beſtrafen. Uebrigens be⸗ greife ich Ihre Skrupel; ich füge noch hinzu, daß ſie meine Hochachtung für Sie vermehren.

Nativa ſchwieg hierauf einige Augenblicke, dann ſprach ſie mit jener naiven kindlichen Grazie lächelnd, welche die ſpa⸗ niſchen Frauen bis zu fieghafter Coquetterie erheben:

Sie ſind jetzt von einer großen Reiſe ohne Mühe

zurückgekehrt.

Keineswegs, mein Fräulein, entgegnete der junge