Teil eines Werkes 
2. Band (1854)
Entstehung
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Obſchon das Etabliſſement, welches Renard, erſt Lakai, dann Kammerdiener des Biſchofs von Beauvais, mit Bewilligung der Königin Mutter in den Tuilerien gegründet hatte, im Jahre 1695 nicht mehr ſo ſehr im Schwunge war, wie früher, ſo wurde es doch vom Adel und der Haute⸗Finanee noch ſtark beſucht. Nur beobachteten Standesperſonen, die Freunde des Herzogs von Chartres ausgenommen, wenn ſie ſich in dieſes Etabliſſe⸗ ment begaben, immer einige Vorſichtsmaßregeln; denn zu jener Zeit war eine gewiſſe äußerliche Ehrbarkeit nothwendig, um bei Hof zu reuſſiren.

Als Morvan vor dem Hauſe ankam, wo ſich, wie er dachte, das Glück oder Unglück ſeines Lebens entſcheiden ſollte, da konnte er ſich einer lebhaften Bewegung nicht erwehren. Er wollte eben eintreten, als ein helles Gelächter, das nicht weit von ihm erſcholl, ihn veranlaßte den Kopf umzuwenden. Er ſah ein Frauenzimmer mit einem ſehr hohen Kopfputz, mit da⸗ maſtenem Falbelrock und weit offenem Schnürleib; mehrere leichtſinnige junge Männer umringten ſie und folgten ihr. Ob⸗ chon das Geſicht dieſes Frauenzimmers mit einer Larve von ſchwarzem Sammt vollkommen verdeckt wurde, ſo merkte Mor⸗ van dennoch an der Geſchmeidigkeit ihres Ganges, daß ſie jung ein müſſe, er ſetzte auch noch voraus, daß ſie ſchön ſei.

Trotz der unvorhergeſehenen Begleitung von jungen Herren, welche der Zufall der Unbekannten beſcherte, ſchien ſie

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