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Entrüſtung; für was halten Sie mich denn, theurer Baton? Hätten mich mein Schwager und meine Schweſter ſchon ſo ſehr gedemüthigt, daß ich bis zu der Schwäche hinabgeſunken ſein ſoll, ſchreiende Gläubiger zu befriedigen!
— Wozu haben Sie alſo dieſe braven Leute denn rufen laſſen? fragte Legoff lächelnd.
— Dieſe braven Leuke! Die nennen Sie brave Leute?
— Dan! theurer Graf, ich kenne Ihre Gläubiger nicht.
— Sie find alſo kein Zauberer mehr! Was! Sie wiſſen nicht, daß man dem Schwager des Pedanten, bei den böſen Gerüchten, die in Verſailles über mich ausgeſtreut ſind, nur mit der Hoffnung Geld leiht, Tauſend für Hundert zu bekom⸗ men? Dieſe Geldmäkler find infame Spekulanten, die bei mir in die Lotterie ſetzen.
— Haben Sie ſie alſo kommen laſſen, um ihnen Vor⸗ würfe zu machen?* 5.
— Verſchrumpfte 2 wie die ihrigen ſind keinem edlen Gefühle ezugänglich; ich würde nur in der Wüſte predigen. Sie ſehen, ich hatte Recht zu behaupten, daß Sie es nicht er⸗ rathen, warum dieſe Menge in meinem Vorzimmer wimmelt. Nun, ſo hören Sie, theurer Baron! Ich habe dieſe Leute kom⸗ men laſſen, um ihnen die fünf Tauſend Louisd'or, die Sie bei
mir angelegt haben, zu zeigen. — Sie räthſelhafter.
— Es gibt im Gegentheil nichts Klügeres als mein Benehmen in dieſem Umſtande. Meine Gläubiger hatten mir, weil ſie überall ausſchrieen, daß ich keinen Sou beſitze, meinen Credit verdorben, und mich dahin gebracht, daß ich von den Moralpredigten meiner Schweſter leben mußte, die ſie mit eini⸗ gen Piſtolen begleitete. Wenn nun dieſe Schurken heute bei mir Ihre fünf Tauſend Louisd'or ſehen, ſo werden ſie in aller Welt ausſchreien, daß ich mit Geld überhäuft ſei. Das Uebrige


