— Iſt einfach die Kühnheit eines Mannes, der nichts fürchtet als den Zorn Gottes, und der ſich ſeiner Kraft zu ſehr bewußt iſt, als daß er ſich jemals vor dem kindiſchen und un⸗ angemeſſenen Scherz eines Miniſters beugen ſollte, der untreu ſeiner Miſſion und an ſeinem König ein Verräther iſt!
— Was wagen Sie da zu behaupten!— Ich ein Ver⸗ räther an Sr. Majeſtät! entgegnete Pontchartrain, der von ſei⸗ nem Sitz aufſprang und ſich, ohne zu bedenken was er that, vor Legoff, der immer ruhig ſitzen blieb, hinſtellte.
— Ja, Monſeigneur, entgegnete Legoff mit beſonderer Ruhe und Langſamkeit, ich wiederhole es Ihnen jetzt, ſo wie ich es morgen Sr. Majeſtät ſelbſt ſagen werde, daß Sie ein Verräther an Ihrem König ſind.
Indem der Boucanier ſo ſprach, betrachtete er den Staats⸗ ſekretär mit einem befremdenden ſtarren Blicke; ein kaum merkli⸗ ches Lächeln, das dem kühnen Manne über die Lippen flog, be⸗ wies wie ſehr er ſich ſeinem Gegner überlegen fühlte.
In der That dauerte der Anfangs ſchreckliche Zorn Pont⸗ chartrains nicht lange; er verſchwand ohne ſichtliche Urſache.
— Wiſſen Sie, mein Herr, ſagte er nach kurzem Still⸗ ſchweigen, daß Sie ohne meine Freundſchaft für Duecaſſe ſchon auf dem Weg nach der Baſtille wären?
— Obwohl ich die Freiheit, Monſeigneur, über alle menſch⸗ lichen Dinge ſtelle, ſo kann mich die Ausſicht auf vierundzwanzig Stunden Gefangenſchaft doch nicht von der Erfüllung meiner Pflicht zurückſchrecken.
— Vierundzwanzig Stunden, ſagen Sie? Wiſſen Sie nicht, Herr Legoff, was die Baſtille iſt?
— Möglich, Monſeigneur; aber ich weiß, daß es keine Gefängnißthür gibt, die nicht weicht oder fällt, wenn man mit einem Mauerbrecher, wie fünfmal hundert Tauſend Livres, Bre⸗ ſche geſchlagen hat. Guter Gott, Monſeigneur! Blicken Sie
nich hin iſ.
Nil ſi
me
So
füh


