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„Meiſter Deines Ungluͤcks. Wenn ich auch Dich „verliere, was bleibt mir in der Welt dann noch „uͤbrig?“
Obinski nahm die Hand ſeines Freundes und druͤckte ſie an das Herz.— Mein einziger Freund, Du kannſt mir freilich nicht erſetzen, was ich ver⸗ loren habe, aber unſere Trauer wollen wir theilen.
„Sie iſt in unſerm Herzen, erwiederte der Fuͤrſt. „Die Pracht bei Beerdigungen iſt ein Tribut, wel⸗ „chen die Hinterbliebenen ihrer eigenen Eitelkeit be⸗ „ahlen. ünſere Liebe ſey die einzige Begleitung, „welche die beiden Kinder nach den Gefilden der „Ruhe geleitet.“
Das Begraͤbniß war einfach und ruͤhrend. Die gefuͤhlvollen Einwohner folgten ohne Einladung den beiden Liebenden, welche, kaum einmal geſehen, ſchon aller Herzen durch ihr ungluͤck eingenommen hat⸗ ten. Ein Sarg umſchloß beider Leichen und ein Stein ruft dem Voruͤbergehenden die Schmerzens⸗ worte Paulas zu:„Der Haß hat ſie getrennt, der „Tod vereinte ſie.“
Vielleicht lieſt die Fuͤrſtinn eines Tages dieſe Inſchrift, und dies ſey dann ihre letzte Strafe.
„Fort, Obinski! fort aus dieſer Stadt, wo ein „laͤngerer Aufenthalt fuͤr Euch gefaͤhrlich werden „önnte. Reiſen wir nach Italien, dort finden wir


