Teil eines Werkes 
2. Theil (1821)
Entstehung
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135 leihen.—„Meine liebe Sophie laßt ſich durch „nichts in Verlegenheit ſetzen. Aber wo iſt Ihr „Vater?“— Er ſieht nur nach, ob der Be⸗ diente, welcher Stanislaus begleitet hat, noch nicht zuruͤck iſt.—„Ah ſo! ich dachte nicht „daran; er muß wiſſen, ob die Nachtluft unſerm „Freunde nicht geſchadet hat, wie oft er den Ra⸗ „men ſeiner Geliebten noch genannt hat.“— Und ob er nicht vielleicht noch vier kleine Ab⸗ ſchiedszeilen geſchrieben hat.—„Der Tau⸗ „ſend! ſo weit dacht' ich nicht einmal voraus! und „ich vergeſſe doch ſelten etwas. Gut, gut, ſo wie „Bertrand zu Hauſe koͤmmt, wollen wir ſehen, ti „zu thun ſeyn wird.“

Stanislaus hatte ſich nicht auf die ʒendiſch⸗ ten vier Zeilen beſchräͤnkt. Bertrand kam mit einem ganzen Paket. Welch ein Frühſtuͤck fuͤr ein Maͤdchen von 18 Jahren einen Brief, von dem Ge⸗ liebten an ihr Herz druͤcken zu duͤrfen. Sophie ſchloß ſich in ihr Zimmer ein.„Bertrand komm, „laß uns beide fruͤhſtuͤcken, wir ſind nicht verliebt!“

Waͤhrend dem Eſſen beſprachen ſich nun beide Herren uͤber die Gegenwart und Zukunft. Es iſt gewiß, daß ein laͤngeres Inkognito ganz unnutz ſeyn wuͤrde. Herr Martin war jederzeit geneigt, die Wuͤnſche ſeines Freundes zu erfuͤllen, und Ber⸗